Samstag, 28. Mai 2016

An meine Nachbarn

Liebe Nachbarn,

Wir kennen uns schon etliche Jahre und dennoch Jahre ist zu viel gesagt. Wir begegnen uns auf der Stiege mal  öfter mal weniger oft. Im Sommer eher als im Winter und eigentlich wissen wir trotzdem nicht viel von einander. Keine Angst ich will nicht anfangen aus uns die aller besten Freunde zu machen (was auch nicht schlecht währe). Jedem sein Frieden, jedem sein Lebensziel, jedem sein eigenes Lebenstempo.
Ich schreibe Euch heute, weil ich heute einen Nachbarn, den ich sehr schätze und mag, starr vor Angst erlebt habe als er mich und meine neue Hündin Shanti auf der Stiege begegnet hat.
Also… das war niemals  meine Absicht! Ich wollte niemals, dass sich irgendeiner von Euch bedroht oder eingeschüchtert fühlt…. Oder um Gottes Willen! Angst um Eure Lieben haben muss.
Wirklich nicht.
Ich habe nur zufällig eine Anzeige von einer Tötungsstation gesehen, wo diese Hündin beschrieben wurde und zum Tode verurteil war... nicht aber weil sie jemanden gebissen hätte...., nein. Weil lange Zeit sie niemand wollte... weil sie aussieht wie sie aussieht... etwas grimmig eben. Muss es aber gleich ein Todesurteil sein? Weil man nicht dem Schönheitsideal entspricht? 
Ich habe mich bloß erbarmt! Ich habe ihre Bilder gesehen und (weil ich mich sehr gut bei Hunden auskenne) ihre Körpersprache erkannt. Gutmütig, folgsam, unterwürfig, …. Einfach arm, benutzt,  und missverstanden… und ich konnte einfach nicht anders, als sie da herauszuholen. 
Nun ist sie schon einige Zeit bei mir und ich fühle mich täglich mehr beschenkt und erhört so ein wunderbares Wesen bei mir zuhause haben zu dürfen. 
Sie ist mit meinen Katzen gut Freund, und folgt mir aufs Wort. 
Ich hatte etwas Arbeit mit Ihr anfangs, ist doch verständlich, aber ich habe mir niemals träumen lassen, dass ich so ein leichtes Spiel haben werde. Sie schaut mir regelrecht in die Augen und will um jeden Preis gefallen, sie will mir meine Wünsche von den Augen ablesen… Sie würde alles tun um hierbleiben zu dürfen.
Sie versteht, dass ihr hier gut geht.

Deshalb bitte ich Euch Alle, mir zu vertrauen, zu vertrauen, dass ich niemals einen Hund herholen würde, der eine Gefahr für einen von Euch wäre… denn in erster Linie wäre er auch eine Gefahr für mich selbst, für meine Mutter, mein Sohn und meine 3 Katzen. Sie ist aber KEINE Gefahr.
Meine Shanti ist keine Gefahr für niemanden von Euch …. Nicht solange ich sie führe. Und ich habe sie hergeholt als eine Mischlings-Hündin. So steht auch in ihrem Hundepass.
Und es stimmt sie sieht wie eine Rasse Hündin aus und zwar eine Rasse, die Angst und Schrecken bei manchen verursacht... nur davon weißt sie nichts... Sie weißt nicht, dass man von ihr Angst hat, denn kein Hund ist böse geboren.... genau so wie kein Mensch ist von haus aus ein Mörder.... oder?
Und ich versprach meiner Shanti, dass sie nie wieder unter solchen Umständen leben wird müssen…. Wo ich sie herausgeholt habe..... und sie dankt mir jeden Tag aufs Neue... und ich liebe sie auch täglich mehr....
Bitte gibt ihr eine Chance.... und entspannt .... sie ist ein Engel auf 4 Beinen, bitte vertraut mir.

Eure langjährige Nachbarin



Sonntag, 22. Mai 2016

Ein Sonniger Sonntag

Ein wunderschöner Sonntag, ein Tag zum Genießen wurde uns heute beschert und nur die lästige Pflicht zu Wahlurne zu gehen hat es etwas getrübt. Dennoch man packt den Hund, man steigt in das Auto, man fährt zum See um dem Hund etwas Erfrischung zu bieten und dem eigenen Auge ins Grüne und ins Blaue schauen zu verhelfen.

Ich packte also meine Schleppleine ein, die normale bei-Fuß-geh-Leine habe ich mir um die Brust drapiert (für alle Fälle). Ins auto gehüpft und, los gehts! (Shanti liebt das Autofahren und ich habe noch nie einen Hund gesehen der derart brav dabei gewesen wäre. Da muss ich mich regelrecht manchmal umdrehen um zu sehen ob sie wirklich noch da ist.)
Wie auch immer, ich wollte mit ihr an so einem herrlichen Tag in die Au und zum See gehen, wo auch schon mein Hund Chester so viel Spaß hatte (Sehe Foto).

RIP  Chester
Nun die vollen Parkplätze am See verrieten mir, dass nicht nur ich diese Idee hatte ein Hund zum Baden zu bringen. Und tatsächlich begegnen wir vielen Hundehalter mit ihren Schützlingen. Der eine ist brav an der Leine, der anderer weniger.
Mir ist grundsätzlich aufgefallen, dass Hundehalter von kleineren Exemplaren lieber die Hunde freilaufen lassen und leinen sie erst bei drohender Gefahr (Hund in Sicht!) hastig an. Dies hat zu Folge, dass die Hunde das panische Verhalten seines Herrchen/Frauchen mit dem sich nähernden Hund verknüpfen und und sich gezwungen sehen das in Panik geratene andere Leinenende nach Kräften zu beschützen.
So auch heute. Egal wo wir auftauchten da wurde hastig der Fiffi gerufen und hurtig angeleint.... und das Gekläffe folgte unweigerlich.
Vorige Woche noch würde meine Shanti in so einem Fall mit einem Groller drauf los marschieren, sodass ich zu tun hätte sie im Zaum zu halten. Nicht so heute! Zu meinem Erstaunen probierte sie nur einmal an der Leine zu ziehen und auf mein kategorisches NEIN, gab sie es auf und ging bei Fuß so dass ich vor lauter Stolz fast platzte. Es wäre aber zu schön um Wahr zu sein, wenn es so bleiben würde ;(

Aber es gibt auch andere Halter und diesen sind wir leider auch begegnet. Diese Hundebesitzer haben meist größere Hunde, meistens einen von der zwar größeren aber für friedlich gehaltenen Rassen, wie Golden Retriever oder Labrador oder einen Mix davon... nun, diese laufen auch ohne Leine, habe ich heute feststellen müßen, nur dass diese Halter gar keine Anstalten machen sie anzuleinen... sie schreien nur: "der tut nix!" einem zu und telefonieren weiter. Nun, mag schon sein, dass der Hund normaler Weise nix tut er kommt aber hier und jetzt sehr nah an meine Shanti ran, und das mag sie gar nicht. Da kommen aus der lieben Hündin plötzlich Geräusche raus, dass einem das Herz stehen bleibt. Sie jetzt einfach los zu lassen wäre ein verheerender Fehler. Rasse bedingt, würde sie es jetzt als FREIE FAHRT!-GO!- Kommando verstehen. Ich will mir gar nicht erst ausmalen was dann geschehen würde.
Diesmal auf mein NEIN passierte rein gar nix, weil der fremde Hund, klarer Weise, auf mich nicht hört und Shanti gerade dabei war sich loszureißen. Erst als ich mich dazwischen warf und das NEIN! diesmal brüllte....  stürzte auch prompt das Herrchen dazu und packte endlich sein Hund am Halsband. Shanti war da schon voll in Fahrt (Geknurre und Gezerre) und ich musste Wohl oder Übel, auch mit ihr schimpfen, was nicht hätte sein müssen, wenn wir dem selben Hund im angeleinten Zustand begegnet hätten.

Auseinandersetzungen mit anderen Hundehaltern

Und was kriege ich zu hören? "wenn man sich nicht bei Hunden auskennt, da nehme man sich einen Dackel!" Das ich aber den Hund gerade ein paar Tage habe, daran denkt ja keiner und ich werde es sicher nicht allen Fremden, die ich beim Spazieren treffe erzählen.
Als wenn es noch nicht genug Aufregung gewesen wäre sind wir noch einer ganzen Hunde Schulklasse begegnet... an die 8-10 Hundehalter jeweils mit einem Hund an der Leine standen in der Gegend rum. Jeder Hund mit Halter an der Leine standen in einem Abstand von ca. 2 M voneinander und warteten offensichtlich auf etwas.
Wir konnten ohne Zwischenfälle an ihnen allen vorbei und ich war heil froh endlich an "unserem" Badeplatz zu sein und Shanti von der Leine zu lassen. Doch als wir aus dem Dickicht ans Ufer kamen trafen wir dort den Rest von der Hunde Schulklasse, die ihren ausgewachsenen Hunden die Wasserscheu zu austreiben versuchten. Da stützte sich plötzlich die Trainerin auf ihre Hunde um sie anzuleinen.
Shanti im See
Sie hat mich drauf hingewiesen, dass es so viele Zugänge zum See gibt, dass ich bestimmt noch das passende für mich noch finden würde, weil diese schon besetzt ist. Sie trainiere hier die Hunde wie man ins Wasser geht.... deshalb.
Ich sagte drauf: "na, so ein Zufall aber auch, ich trainiere gerade meine Hündin freundlich zu anderen Hunden zu sein, so können wir uns gegenseitig ja helfen!" ... und warf unbekümmert das Stöckchen. (Bevor es noch is Wasser plantschte, war Shanti schon mit einem riesigen Saus im Wasser und schwamm was das Zeug hielt.) "Schauen's! So macht man das!" ;)



Freitag, 20. Mai 2016

Badezimmerangst

Es war noch sehr früh am Morgen. Bei dem Blick in den Spiegel erschrak ich förmlich: eindeutig ein "bad-hair-day" stand mir bevor und so konnte es wirklich nicht bleiben! Die Nachbarn sehen sowieso schon alarmiert aus... (haben's leicht wieder einen Hund? ist er auch sicher brav? ... sind sie da ganz sicher?) da brauchen sie nicht auch noch mich selbst als "alten Hippi" antreffen.
Auf die Frage was es für eine Rasse ist, sage ich immer die reinste Wahrheit: Ich weiß es nicht. Mir wurde gesagt es ist ein Mischling. (im Hundepass steht so schwarz auf weiß: MIX)
Ich beschloß also zu baden und Haare zu waschen noch bevor ich mit Shanti rausgehe. Sie schlief noch friedlich und es sah nicht so aus aus wenn sie deshalb große Nöte erleiden musste, doch um sicher zu sein, wollte ich sie mit ins Badezimmer nehmen, damit ich sie wehrend meines Bades im Auge behalten kann.

Pitbull Shanti hat Angst vom Badezimmer 

Tapferes Mädi, folgt trotz Angst
Also meine Überraschung war groß als ich Shanti ins Badezimmer rief. Sie kam freudig angerannt als ich rief aber sobald sie mitkriegte, dass es ins Badezimmer geht, machte sie Kehrt und lief schleunigst ins Körbchen zurück. Dort kauerte sie dicht zusammengerollt mit eingezogenem schwanz und nur die Auge schauten verschreckt hin und her... der ganze Körper zitterte.
Oh man, was jetzt?
Ich rief sie nochmals, diesmal noch das Kommando bei Fuß dazu geschmissen und... sie folgte! ... aber so dicht am Boden, dass man meinen könnte sie hat Kriech! verstanden. Ja, sie folgte mir in das Badezimmer, voll Schrecken aber sie folgte. Dort legte ich sie am Badeteppich ab und wehrend ich badete redete ich mit Engelszunge auf sie ein... so brav und sooo fein und so supper ist hier ... und so weiter.... und so fort.
Sie lag zunächst da, zusammengekauert und zitterte am ganzen Körper.... nach gewisser Zeit aber hörte sie zum Zittern auf und begann langsam die Nase zu bewegen (was nach Cesar Milan ein sehr gutes Zeichen war). Dann entspannte sich auch die Körperhaltung und als ich fertig war hat man nichts von der Badezimmerfurcht mehr gesehen. 
Ich denke es ist heute unsere Übung ins Badezimmer zu gehen... dort nichts aufregendes geschehen zu lassen und wieder raus zu gehen. Und es funktioniert. Immer ein Schritt nach dem Anderen ... so schafft man VERTRAUEN, die wichtigste Bindung zwischen Hund und Mensch.

Donnerstag, 19. Mai 2016

1 Woche-Jubiläum

Shanti am Spazierweg
Heute ist Shanti genau eine Woche bei uns. Und ich kann viel erfreuliches berichten!

  • Wie man an dem Bild sehen kann tut der Spazierweg nicht mehr in die Pfoten weh! (Man kann dennoch beobachten, dass hier ein Pitbull auf Chihuahua Pfoten steht, und dass der Kopf genauso breit wie die Brust ist ;((  
  • Sie kann an der Leine gehen wie es sich für einen Begleithund gehört (wenn nicht besser!)
  • Es wird zu den Katzen freundlich geschwänzelt, wenn sie vorbei gehen. Mehr noch, sie kommen sogar an um an dem Hundenapf zu riechen und werden nichtmal "verwarnt!" (Mir bleibt jedesmal das Herz fast stehen, aber ich traue mich nicht die Katzen zu entfernen um eben erst recht kein Unheil anzurichten...)
Heute gab es bei uns auch ein heftiges Gewitter und Shanti schien es ungeheuer zu sein. Da kam ich auf die Idee ihr bei jedem Donner ein Leckerli zu geben. Nach dem für mich das Gewitter vorbei war, sagte ich... und jetzt AUS. Dann legte sie sich brav neben meinem Sessel und ich konnte wieder schreiben.
Plötzlich stupste sie mich heftig in den Arm und ich verstand momentan nicht um was es geht, doch sie gab nicht nach und stupste wieder ganz fest... und dann gab es ein Donner!
Ist ja klar! Sie hat es viel früher gehört als ich, und da war doch eine Belohnung fällig! :))
So gescheit ist meine Shanti-Mädi!